Andere Zeiten, andere Sitten, humorige Sprachen. Was alte Bäderprospekte erzählen

Ein Blick zurück in das Bäderleben und vor allem in die Werbeprospekte vergangener Jahrzehnte zeigt, dass sich die Kühlungsborner immer schon um ihre Urlaubsgäste bemüht haben. Folgen Sie uns auf eine kleine Zeitreise in das Urlaubstreiben und vor allem die werblichen Gepflogenheiten, die sich in historischen Broschüren aus den 1920er und 1930er Jahren nachlesen lassen.

So teilt beispielsweise die Badeverwaltung Brunshauptens (das heutige Ostseebad Kühlungsborn gründete sich aus Brunshaupten, Arendsee und Fulgen) in einem offiziellen Prospekt von 1931 mit: „Ostseebad Brunshaupten ist zu Ihrem Empfang gerüstet. Die folgenden Blätter zeigen Ihnen, was die Natur hier an Schönem zusammengetragen hat, um Ihnen körperliche und seelische Kräftigung für Ihre schwere Berufsarbeit zu geben… Kommen Sie nur einmal zu uns, es wird Sie nicht reuen. Brunshaupten bietet alles, um verwöhnten Ansprüchen gerecht zu werden. Da es aber kein Luxusbad ist, werden Sie, auch wenn Ihnen nur eine kleine Börse zur Verfügung steht, alles das finden, was Sie suchen…“ Weiter heißt es: „Eine Dampferreise von Rostock oder Warnemünde aus nach Brunshaupten ist zwar eine schöne Seefahrt, aber für den aus dem Inland kommenden Gast, besonders bei stürmischer See, nicht zu empfehlen.“ Ein kleiner Seitenhieb gegen die Hansestadt?

„Brunshaupten besitzt Kanalisation, elektrisches Licht, Kochgas. Die Wasserversorgung ist erstklassig. Aus einer Reihe artesischer Brunnen im Hochwald… wird das Wasser so an die Verbrauchsstellen geführt, daß jede nachteilige Beeinflussung ausgeschlossen ist.“ Grund für Traurigkeit oder Langweile besteht keineswegs: „Fröhliches Treiben herrscht im Familien- und Sonnenbad, Vormittags-Konzerte und lustige Veranstaltungen, Wettschwimmen und Gymnastikübungen… steigern Freude und Fröhlichkeit. Turngeräte stehen auch bereit, und die Wasserrutschbahn ist immer wieder eine Quelle unerschöpflicher Heiterkeit… In Tausenden von Strandkörben und reichbewimpelten Burgen spielt sich das gesellige und fröhliche Badeleben Brunshauptens ab, das unseren Gästen die Lebensfreude wiederschenkt und ihnen neue Kraft für den täglichen Kampf ums Dasein verschafft.“

„Alles bietet die Kurverwaltung auf, den Gästen den Aufenthalt zu verschönern.“

Die klimatischen Vorteile der Ostseeküste waren damals schon berühmt. „Das Meer übt seine tiefgehenden, wohltätigen Wirkungen auf den menschlichen Körper durch die Vereinigung dreier Heilkräfte: der Luft, des Lichtes und des Wassers aus.“ Auch die Natur spielt mit: „In Brunshaupten gibt es keine lästigen Insekten… Nebel und schroffen Wetterwechsel kennen wir nicht. Fast stets ist die Temperatur geleichmäßig und erfrischend.“ Wer gern tanzte, hatte hierzu reichlich Gelegenheit: „Die Strandpromenade führt vorbei am Konzertgarten…, in dem täglich ein erstklassiges Kur-Orchester konzertiert.“ Auch folgende Empfehlung der damaligen Zeit soll nicht unerwähnt bleiben: „Ostseebad Brunshaupten – der ideale Wohnsitz für Offiziere a.D. und Ruhestandsbeamte – Wohnungsvermittlung durch die Badeverwaltung“
Mit Erleichterung stellen wir fest, dass das Beamtendasein auch heute nicht verloren gegangen ist…

Schon seinerzeit wurden kleine Hotelanzeigen in den Broschüren der Kurverwaltung geschaltet. So wirbt das Hotel und Pension Waldschlößchen in der Strandstraße 86: „Vornehme, altbekannte Familienpension direkt am Walde. 5 Minuten vom Strande. Große sonnige Zimmer mit und ohne Balkon. Vorzügliche Betten. Anerkannt gute Verpflegung.“
Das Haus Lüttich im Bülowweg 142 empfiehlt sich durch: „Vornehme, ruhige Familienpension, bekannt durch gediegene Beköstigung und peinlichste Sauberkeit, ebenso durch nicht überspannte Preise.“ Auch das Kurhotel Kaiserhof im Bülowweg 168 gilt als „Neuestes und vorzüglich eingerichtetes reelles Familienhotel. Fremdenheim und Pensionshaus ersten Ranges. Fließendes warmes und kaltes Wasser. Doppeltüren sowie Nachttischlampen in den Zimmern.“




     

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