Krieger, Christen & Klosterbrüder Die Geschichte des Doberaner Münsters

Das Münster von Bad Doberan ist nicht nur ein schönes, sondern auch ein ganz besonderes Kirchenbauwerk. Beim Studieren seiner Chroniken fallen gleich drei ungewöhnliche Eigenschaften auf, die es gegenüber anderen Sakralbauten Norddeutschlands unverwechselbar machen: Das Doberaner Zisterzienserkloster entwickelte sich im Mittelalter zum bedeutendsten Kloster Mecklenburgs. Als landesfürstliche Grablege hatte es höchste politische Wichtigkeit, und durch seine Kolonisationstätigkeit wurden außerdem auch andere Teile Mecklenburgs ökonomisch und kulturell erschlossen. Mindestens 56 Mitglieder des Hochadels liegen im Doberaner Kloster begraben. Das im Wesentlichen erhaltene zisterziensische Ausstattungsprogramm ist weltweit einzigartig. Als weitere Besonderheit und auch Fügung des Schicksals kann man betrachten, dass der Zweite Weltkrieg keinerlei Schäden an den mittelalterlichen Mauern des Münsters hinterlassen hat. In den Hansestädten Rostock oder Wismar beispielsweise sah das ganz anders aus. Dritte Besonderheit: Neben dem später zum schwedischen König gewählten Herzog Albrecht III. liegt dort heute immer noch Königin Margarethe Sambiria von Dänemark begraben.

Einsame Landwirte beim Gebet
Bis zur Mitte des 12. Jahrhunderts war das Doberaner Land Herrschaftsgebiet der frühen Wendischen Stämme. Diese waren entschiedene Gegner des christlichen Glaubens und der deutschen Fürstenmacht. 1160 kam Wendenführer Niklot bei einem Hinterhalt ums Leben, und in einem letzten großen Kreuzzug unterwarf schließlich Heinrich der Löwe die wendischen Stämme. Unter der Voraussetzung der christlichen Taufe erhielt Pribislav, Sohn des letzten Wendenherrschers Niklot, 1166 große Teile seines Stammlandes als Lehen wieder.

Zu den entscheidenden Aufgaben des Landesherrn gehörte auch die Gründung eines Klosters. Grund war nicht nur die Festigung des christlichen Glaubens, sondern vor allem auch die rückständige wirtschaftliche Entwicklung des Landes. Ein starkes Christentum galt als Grundlage für eine erfolgreiche Gesellschaft. 1171 traf dann der erste Zisterzienserkonvent, bestehend aus 12 Mönchen und einem Abt, in Althof bei Bad Doberan ein. Die Zisterzienser waren als Reformorden der Benediktiner besonders geeignet für dieses Leben: Die Mönche legten viel Wert auf Abgeschiedenheit und Einsamkeit, waren außerdem hervorragende Landwirte und konnten Priesterdienste für die Bevölkerung der Umgebung leisten. Um 1179 wurde dann die gerade aufgebaute Klosteranlage im Zuge eines Erbfolgekrieges zerstört. Zur Neugründung des Klosters kam es 1186 im knapp drei Kilometer entfernten Doberan.

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